05 | Hagenburger Kanal

Fleckentour Hagenburg Hagenburger Kanal
Die Partie am Kanal – hier um 1900 – zählt nach wie vor zu den landschaftlich schönsten Gebieten der Uferregion.

Hagenburger Kanal

Die Partie am Hagenburger Kanal gehört zu den landschaftlich schönsten Gebieten in der Uferregion des Steinhuder Meeres.

Nicht erst seit Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe im 18. Jahrhundert den Kanal im Zusammenhang mit dem Bau des Wilhelmsteines von seinen Soldaten verbreitern ließ, besteht ein Zusammenhang des Meeres mit dem Ent- und Bewässerungssystem der Gräben rund um das Schloss Hagenburg, der früheren Burg. Und so wird der heutige Hagenburger Kanal auf frühen Karten auch „Burg- oder Meergraben“ genannt.
Auf der – vom Schloss aus gesehen – linken Seite, dem heutigen FFH- und Naturschutzgebiet „Hagenburger Moor“ hatte Graf Wilhelm mit dem „Wilhelmsteiner Feld“ eine befestigte Landschaft anlegen lassen, von der heute so gut wie nichts mehr zu sehen ist. Der Herrscher wollte mit dem Wilhelmstein und dem Wilhelmsteiner Feld seine Militärtheorie der „Abschreckung“ beweisen, nach der „kein anderer als der Defensivkrieg rechtmäßig“ sei.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts bildete der Anleger im Hagenburger Kanal den Mittelpunkt des sich entwickelnden Steinhuder-Meer-Tourismus. Fürstliche Matrosen brachten mit ihren Booten Besucher auf das Steinhuder Meer und zum Wilhelmstein.

Fleckentour Hagenburg Hagenburger Kanal Bootsschuppen
Bootsschuppen am Hagenburger Kanal

Auf der linken Seite entstand zur selben Zeit ein großer Bootsschuppen, in dem 1906 der Hagenburger Yacht-Club als direkter Vorläufer des heutigen Hannoverschen Yacht-Clubs gegründet worden ist. Erst mit dem Bau der Steinhuder-Meer-Bahn 1898 löste Steinhude allmählich Hagenburg als touristisches Zentrum am Steinhuder Meer ab.

Erst in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts konnte mit der Verbreiterung und Begradigung des Kanals sowie der Anlage eines Hafens und der Gründung des Yacht-Clubs von Hagenburg wieder Wassersport betrieben werden. Auch der Anleger wird nach Vereinbarung von „Auswanderern“ angefahren.

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Idylle am Wasser

Die Szene an der Mündung des Schlossgrabens in den Hagenburger Kanal hat der Hagenburger Maler und Kunstmaler, der spätere Bürgermeister Carl Krüger, um die Wende vom 19. bis 20. Jahrhundert dargestellt. Rechts im Bild auf dem Grundstück des Schlosses Hagenburg eine Dame mit Sonnenschirmchen, auf der linken Seite flanieren die Bürger im Sonntagsstaat. Krüger war ein aufmerksamer Beobachter seines Ortes. Von ihm stammen auch die ersten bekannten Fotos aus Hagenburg, auf denen er Häuser dokumentiert hat.

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Die gedachte, ideelle Hälfte des Steinhuder Meeres gab Philipp-Ernst zu Schaumburg-Lippe aus seinem Besitz zu Beginn der 1970er Jahre an das Land Niedersachsen ab. Vor dem Ersten Weltkrieg hatte die Fürstliche Familie das Sagen rund um das Gewässer. Für die Versorgungsfahrten in Richtung Wilhelmstein lag im Bootsschuppen der Lastkahn, der so genannte „Graue Esel“ bereit.

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Szene am Hagenburger Schloss um die Wende zum 20. Jahrhundert.
 

 

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