Zu diesem Zweck hatte die Stadt der Gesellschaft die städtischen Grundstücke „Auf der Hufe“ für 3600 Mark pro Hektar verkauft, „damit vielen Einwohnern Gelegenheit zur Arbeit und Verdienst gegeben wird“. Einige Monate später kaufte die Dampfziegeleigesellschaft auch den benachbarten Exerzierplatz für 700 Mark.
Das Werk nahm im Sommer 1904 den Betrieb auf, als Arbeitskräfte waren neben Männern aus der einheimischen Bevölkerung erfahrene Ziegler aus dem Lippischen angeworben worden. Das Geschäft lohnte nicht, kriegsbedingt wurde die Produktion im Ersten Weltkrieg zeitweise stillgelegt. 1938 errichtete die Firma Bernhard Pape (mit Werken in Wunstorf, Wiedenbrügge, Müsingen) eine Werkskantine. Das Werk ist mehrfach verkauft worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden unter anderem Klinker und Leichtbausteine aus Blähton hergestellt. 1960 erwarb die Preussag nach der Bergbaustillegung den Betrieb, baute Pressehaus und Tunnelofen zum Ringofen.
Bis zu 70 Arbeiter fanden Beschäftigung, später verkaufte die Preussag ihre Ziegeleien. 1985 wurden Produktion und Verkauf eingestellt. Zunächst gegen den Widerstand der Stadt Sachsenhagen entwickelte sich seit Ende der 1980er Jahre rund um die Tonkuhlen das Entsorgungszentrum der AWS, die Ziegeleigebäude verblieben bei einem anderen Eigentümer.
Die offene Tongrube bildete das Ziel von Fossiliensammlern. Vermehrt kamen Ammoniten, Brachiopoden, Würmer, Austern, See- und Schlangensterne sowie versteinerte Krebse vor. Bereits 1916 erregte der Fund eines Meereskrokodilschädels Aufsehen. Dessen Geschichte wird vom Museum Minden hier erzählt. Bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe ist unter dem Titel „Die Ziegeleitongrube Sachsenhagen: Vom fossilen Ökosystem zur Hausmülldeponie“ eine Dokumentation herunterzuladen.