14 | Schacht „Weser“

Fleckentour Hagenburg Schacht „Weser“
Die Hoffnung, im Schacht „Weser“ abbaubares Salz zu fi nden, erfüllte sich nicht.

Kein Alleingang beim „weißen Gold“

Der Bergwerksunternehmer Emil Sauer unternahm als Mehrheitsanteilseigner der Gewerkschaft „Germania“ im Übergang zum 20. Jahrhundert gemeinsam mit dem Schaumburg-Lippischen Fürstenhaus einen Versuch, in Altenhagen ein abbauwürdiges Kalivorkommen zu erschließen.

Doch diese Hoffnung auf das „weiße Gold“ währte nur ein knappes Jahrzehnt. Das Salz in rund 500 Meter Tiefe hatte eine zu schlechte Qualität. Im Zuge einer Kapitalerhöhung erwarben die benachbarten und bis dahin konkurrierenden Alkaliwerke „Sigmundshall“ in Bokeloh 1907 den Löwenanteil der Aktien und durchstießen die Sicherheitspfeiler zwischen den beiden Bergwerken zur besseren „Bewetterung“ (Belüftung) der Grube. Die Schachtanlage wird seither als Wetterschacht und auch als zusätzlicher Ausstieg genutzt. 1949 wurde das hölzerne Gerüst aus dem Jahr 1909 durch eine Stahlkonstruktion ersetzt.

Bergbaumuseum

Wo sich heute bis zum Ufer des Steinhuder Mee-res die „Altenhäger Wiesen“ als Kulturlandschaft erstrecken, dehnte sich früher ein undurchdring-licher Erlenbruch. Als Hude- und Weideland nur eingeschränkt bis gar nicht zu nutzen, diente das Gebiet den Einwohnern bei Gefahr als Rückzugs-raum. So ist überliefert, dass ein Strohwisch auf dem Bokeloher Tienberg (gehörte früher zu Alten-hagen) hing. Wurde dieser eingezogen, drohte Unheil, so dass sich die Einwohner samt ihrem Vieh im Erlenbruch verstecken mussten.

Fleckentour Hagenburg Schacht „Weser“
Als Luftschacht und Ausstieg ist die Anlage noch in Betrieb.

Die spannende und eindrucksvolle Geschichte des Kali- und Salzbergbaus auf der „Steinhuder-Meer-Linie“ sowie auch der Steinkohlenbergbau der Region ist im Bergwerksmuseum (Schachtstraße 9) dokumentiert. Das Museum ist im ehemaligen Pförtnerhaus und angrenzendem Materialschuppen untergebracht. Ehemalige Bergleute führen durch eine umfangreiche Ausstellung von Originalgeräten, Mineralien, Plänen und Fotodokumenten. Im Museum sind Förderstrecken aus dem Kali- und Steinkohlenbergbau nachgebildet. Die Öffnungszeiten des Museums erfahren Sie telefonisch bei der Gemeinde Hagenburg.

Luftschacht und zusätzlicher Ausstieg

Der Förderturm auf dem Gelände des Schachtes „Weser“ gehört zum stillgelegten Werk „Sigmundshall“in Bokeloh der K+S Kali GmbH. 

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