Seit 1750 wird in Auhagen alljährlich im Frühjahr das Pfingstbier gefeiert: Ein „gewisses Quantum Bier, welches die Einwohner eines Ortes um Pfingsten herum gemeinsam vertrinken“, so heißt es in einem alten Lexikon über die Bedeutung des Festes.
Für Auhagen ist nicht überliefert, ob Bier zur Verfügung stand, weil einige Einwohner dieses „als Strafe“ bezahlen mussten, wie andernorts. Zur Tradition gehörte, dass zwei Männer, als Schaffer, das Fest organisieren mussten, beide mindestens 21 Jahre alt, unbescholten und unverheiratet. Bis etwa 1920 feierte das Dorf das Fest in jedem Jahr in Pipers Drescheschuppen. Erst danach stellten die Einwohner immer vier kleine Zelte auf dem Platz an der Aue neben der Feuerwehr auf. Getanzt wurden Schaumburg-Lippische Achttourige und weitere Schaumburg-Lippische Volkstänze.
Während des Zweiten Weltkriegs gab es kein Pfingstbier, bis 1948 diese Tradition wieder aufgenommen wurde. 1949 richtete der Gastwirt Böhme das Fest aus. Ein selbst geschlachtetes Schwein und selbst gebrannter Schnaps reichten als Festgrundlage.
Zu den Aufgaben der Schaffer gehörte es, den Vertrag mit dem Festwirt zu schließen. Von den vier Zelten musste der Festwirt eines be-zahlen. Zwei der drei Zelte finanzierten die Schaffer. Sie waren auch für die Auhäger Theke zuständig. Die Kosten erwirtschafteten sie aus dem Thekengewinn und dem Tanzgeld.
Weil die Kosten in den 1960er Jahren explodierten, ruhte das Pfingstbier für einige Jahre. 1968 entstand aus einem Treffen mehrerer Spielmannszüge das Pfingstbier moderner Prägung, bei dem die Vereine als Organisatoren für Festplatz mit Kinderfest, Tanzvergnügen und Katerfrühstück Regie führen, die Verträge mit dem jeweiligen Festwirt aber vom Gemeinderat genehmigt werden müssen.