Die Sachsenhäger Aue entwässert das Schaumburger Land in Richtung Wunstorf. Nicht nur die Burg Sachsenhagen entstand 1248 – 1252 an dieser strategisch günstigen Stelle am Aueübergang.
Für den sich entwickelnden Flecken Sachsenhagen (1406) und die spätere Stadt (1650) bedeutete die Aue einen gewissen Schutz und Begrenzung für die Stadtbefestigung – aber auch Hochwassergefahr.
Die planmäßige Anlage herrschaftlicher Güter geht auf den Sachsenhäger Drost Hermann von Mengersen (ca. 1522 bis 1593) zurück. Er baute nicht nur die ehemalige Wasserburg zur Landadelsresidenz aus, sondern schuf im Amt Sachsenhagen moderne wirtschaftliche Strukturen.
Belegt sind für den Schlossbezirk der Bau mehrerer Scheunen, und Ställe (Vorwerk), der Bau einer zweiten Windmühle und eines großen Fischteichs. Von Mengersen hatte vom Grafen die Genehmigung zum Betrieb eines Salz- und Kohlebergwerks in Wiedenbrügge. Eine Wassermühle am Ziegenbach ist wohl schon in der Mitte des 13. Jahrhunderts nachgewiesen. Der Bau ist 1714 auf einer Karte dokumentiert, die auch das gesamte Vorwerk sowie den Schlossbereich mit den herrschaftlichen Gärten unter der hessischen Herrschaft zeigt.
Die herrschaftlichen Güter (Vorwerk) sind mit den zugehörigen Ländereien später zur Domäne zusammengefasst worden. 1877 kauft die Stadt die Domäne, zu der die alten Schlossgebäude, 567 Morgen Land, 257 Morgen Wiesen, 10 Morgen Gärten, 210 Morgen Weiden, einige Hude- und Weideberechtigungen und die Fischereirechte in der Aue gehörten.
Die Stadt veräußerte einen großen Teil der entfernt liegenden Gebäude und Flächen mit solchem Gewinn, dass aus der Hauptmasse der Domäne jedes Haus etwa vier Morgen Land erhielt.