06 | Wind- u. Wassermühlen

Stadttouren Sachsenhagen Wind- u. Wassermühlen
1944 baute der Müller Conradi die Mühle am südlichen Stadteingang vom Wind- auf Motorantrieb um. (Sammlung Heimatverein)

Mühlen prägten das Stadtbild

Erste Nachrichten über eine Sachsenhäger Wassermühle reichen bis in das 13. Jahrhundert zurück, sie könnte spätestens im 16. Jahrhundert mit einem großen Stauteich verbunden gewesen sein.

Weil das Wehr die Wiesen überschwemmt hat, ist die Mühle spätestens um 1750 abgerissen worden. Einige Fundamentreste sind noch im Ziegenbach in der Nähe der Grundschule zu sehen.

Bereits 1574 hatte der Landdrost Hermann von Mengersen vom Grafen Otto IV. die Erlaubnis erhalten, eine Windmühle zu bauen. Vermutlich war damit der Standort auf dem kleinen Dühlfelde gemeint. Möglicherweise handelte es sich bei der Bockwindmühle noch um die Mühle aus dem 16. Jahrhundert. Sie brach 1837 an dieser Stelle bei einem Sturm zusammen. Schon 1839 stand als Ersatz ein stattlicher Erdholländer auf einer kleinen, aufgeschütteten Erhöhung mit Start- und Segelflügeln. Einer der Pächter der Mühle ließ 1870 im Norden der Stadt eine eigene Mühle errichten. Experten bezeichnen diesen Typ als einen „gewaltigen, steinernen Galerieholländer“ mit Durchfahrt im Erdgeschoss. Der Turm ist heute noch vorhanden.

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Von der Prinzhorn-Mühle, dem „gewaltigen, steinernen Galerieholländer“, ist nur noch der Stumpf erhalten. (Sammlung Heimatverein)

Die südliche Mühle ist heute noch in Sachsenhagen unter dem Namen der letzten Betreiberfamilie als „Conradi-Mühle“ bekannt. 1898 stürzte der Müller der nördlichen Mühle tödlich ab. Nach seinem Tod übernahm die weit verzweigte und bist heute namensgebende Müllerfamilie Prinzhorn die Mühle.

Beide Mühlen sind konsequent modernisiert worden. Die Conradi-Mühle erhielt erst Dampfantrieb, verlor 1944 den Windantrieb und wurde mit einem Motor ausgerüstet. Von 1960 an wurde die Mühle als Wohnungen genutzt. Der Schrotbetrieb der Prinzhornmühle lief unter schweren Bedingungen noch bis 1968.

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