07 | Jüdischer Friedhof

Stadttouren Sachsenhagen Jüdischer Friedhof
Vermutlich besteht der Begräbnisplatz im Dühlfeld seit mindestens 1750.

Jüdischer Friedhof

Um 1750 scheint ein Begräbnisplatz für Sachsenhäger Juden vorhanden gewesen zu sein, die seit dem Anfang des 17. Jahrhunderts in Sachsenhagen nachweisbar waren.

Vermutlich hat sich dieser Friedhof auch an der heutigen Stelle auf dem Dühlfeld befunden.

Rund 60 Einzel-, Doppel- und Familiengräber sind heute noch mit Steinen versehen und auf dem etwa 125 Quadratmeter großen Areal erkennbar. Der Heimatverein Sachsenhagen-Auhagen hat im Jahr 2000 die Gräber erfassen lassen. Danach stammt die älteste, noch erhaltene Grabstelle aus dem Jahr 1787.

Einen Antrag auf Erweiterung ihres Begräbnisplatzes stellte die jüdische Gemeinde im Jahr 1835. Der Hauptgrund für den Antrag soll gewesen sein, dass ein sehr eng am voll belegten Friedhof vorbeiführender Weg aus der Stadt zum Kleinen Dühlfeld immer noch benutzt wurde. Diese widerrechtliche Handlung soll nur durch den Zukauf eines benachbarten Gartens zu unterbinden gewesen sein. Die Friedhofserweiterung ist immer noch an den jüngeren Grabsteinen im neueren Teil und einer grubenartigen Vertiefung zwischen den Gräberfeldern zu erkennen.

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2010: Grundschüler und -schülerinnen suchten auf dem Friedhof die Familienspuren der Schul-Namenspatronin Gerda Philippsohn.

Getreu der jüdischen Bestattungskultur „auf Ewigkeit“ ist kein Grabschmuck an einzelnen Gräbern vorhanden. Da zur jüdischen Gemeinde in Sachsenhagen mehrere Familien in Bergkirchen und zeitweise auch Lindhorst gehörten, wurden diese ebenfalls in Sachsenhagen beigesetzt.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 begann auch in Sachsenhagen die Drangsalierung der Juden (siehe TAFEL Ehemalige Synagoge), die schließlich in Deportation und Vernichtung endete. Die letzte Beisetzung mit Grabstein auf diesem Friedhof datiert aus dem Jahr 1943.

Der jüdische Friedhof ging nach dem Zweiten Weltkrieg in das Eigentum der Jewish Trust Cooperation über, 1960 übernahm ihn der Landesverband Jüdischer Gemeinden.

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