Der damalige Bürgermeister, Landwirt Heinrich Reinecke, drängte bereits 1907 darauf, dass der Stadtrat einen Hektar Land zur Herstellung eines Anlegeplatzes an der damals noch Ems-Weser-Kanal genannten Wasserstraße bekommen solle. Reinecke erkannte die Chance: „Unser Städtchen hat, wie bekannt, keine Bahnverbindung“, berichtete er zu Beginn der Bauarbeiten im Jahre 1912.
Durch die Anlage des Kanals hege die Stadtvertretung die Gewissheit, dass Handel und Verkehr aufleben. Reinecke wollte „die Gelegenheit nutzen, und in Anbetracht der günstigen Lage“ eine Uferladestelle anlegen.
Die Stadt bekam über die Königliche Kanalbaudirektion nicht nur Land für einen Anlegehafen, sondern auch dreieinhalb Hektar für einen vollständig projektierten Stichhafen zugewiesen. Reinecke blieb Realist: „Was die Rentabilität der Anlage anbetrifft, so wird von Anfang an nicht gleich mit großen Überschüssen zu rechnen sein.“ Mittelfristig rechnete er mit der günstigen Nähe der Verladung für die „große und holzreiche, fiskalische Waldung sowie mit den vier bis fünf Kilometer entfernten Wölpinghäuser und Rehburger Sandsteinbrüchen sowie mit der großen Ziegelei am Platze, die über vier Millionen Mauersteine fertigt“.
Bereits im Herbst 1913 hatten Arbeiter die Anlegestelle fertiggestellt, doch es dauerte noch drei weitere Jahre, bis der Kanal auf der Strecke von Minden bis Hannover freigegeben werden konnte. Im Herbst 1916 befuhren die ersten Frachtschiffe die Wasserstraße. Die Stadt stellte den Hafen und das neue Wendebecken dem preußischen Staat zur Verfügung, der das Areal an die Union-Schifffahrts- und Lagerhausgesellschaft verpachtete, um Kali-salz aus dem Schacht Bokeloh umzuschlagen.