09 | Nienbrügge 1+2 / Bövers

Stadttouren Sachsenhagen Nienbrügge 1+2 / Bövers
Diese Montage zeigt, dass sich in der heutigen Straße „Im Winkel“ die Keimzelle Nienbrügges befindet. (Open Street Map + Landesarchiv Bückeburg)

Nienbrügge 1+2

Zwei Nienbrügger Hofstellen sind in Steuerkatastern von 1618 verzeichnet. Diese Aufstellung gilt als erste Erwähnung des Ortes.

Damit gehört der Ort zu den jüngsten Siedlungen im Schaumburger Land. Vermutet wird, dass bereits ein „Flothweg“ über die Aue aus Richtung Hülshagen bestanden hat. Dieser Weg war auch bei Hochwasser trockenen Fußes zu begehen. Deshalb ließen sich die Neusiedler Laich Menschking (Nr.1) und Cord Rehse (Nr. 2) dort nieder und machten während des 30-jährigen Krieges ihr Land urbar.

Chronist Richard Thiele hat für die Zeit bis 1756 sechs Hofstellen dokumentiert; mit der Hofstätte Nr. 15 begann um 1830 die Besiedlung der heutigen Schaumburger Straße, bis 1860 folgten 12 weitere Höfe. Bis 1911 wurden die Flächen nördlich der Ellernstraße und des Riehkampes bebaut.

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Der letzte schaumburg-lippische Staatsrat, Heinrich Friedrich Bövers, ist im - nicht mehr bestehenden - Hof. Nr. 3 geboren worden.

Der zweifellos bekannteste Nienbrügger, Heinrich Friedrich Bövers, stammt aus einer der ersten Siedlerfamilien und ist 1886 geboren worden. Er verließ den Ort nach dem Schulbesuch in Hülshagen, um das Realgymnasium Adolphinum in Bückeburg zu besuchen und sich ebendort nach dem Studium, Ausbildung und Kriegsdienst in Bückeburg als Rechtsanwalt niederzulassen.

Bövers zog 1931 für die Deutsche Staatspartei in den Schaumburg-Lippischen Landtag ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg bestellte die britische Militärregierung den völlig unbelasteten Bövers als „Staatsrat“ zum Vorsitzenden der eingesetzten Schaumburg-Lippischen Landesregierung. Die Entscheidung für die Eingliederung des Landes Schaumburg-Lippes in das neu zu bildende Niedersachsen fiel in seine Amtszeit.

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