14 | Kuhlen

Stadttouren Sachsenhagen Kuhlen
Haus Gewecke, das offenbar noch in selbstständigen Zeiten von Kuhlen entstanden ist und 1933 abgerissen wurde. (Sammlung Heimatverein)

Kuhlen als eigener Teil

Vom Beginn des 17. Jahrhundert an hatte der Ort Kuhlen – an dessen Existenz öffentlich sichtbar nur ein Straßenname erinnert – über rund 230 Jahre eine in kleinen Teilen von Sachsenhagen eigenständige Entwicklung genommen.

Die Gastwirtschaft (Haus Nr. 1) bildete offenbar den Kristallisationspunkt. „Aus zwyen Reihen nebeneinander (gegen) über liegenden Häusern“, so formulierte es 1750 der Schreiber Schatting in einem Bericht an die Regierung in Kassel, „bestehet die Kuhle“. Die kleine Siedlung lag vor dem Tor der Stadt Sachsenhagen.
„Die Häuser sind von schlechter Struktur und Bequemlichkeit“, schildert Schatting den Zustand der 17 Behausungen, „in Proportion den Düdinghäusern angeschlagen“ mit damals 76 Bewohnern. Die Kinder besuchten die Sachsenhäger Stadtschule.

Unklar ist, ob die „Einwohner bey der Stadt eingepfarrt sind“, wie Schatting nach Kassel schrieb, oder ob sie auch nach dem Bau einer eigenen Kirche in der Stadt weiterhin der Kirchengemeinde Bergkirchen zugehörig waren. Bemerkungen über die Einwohner finden sich in den Archiven beider Kirchengemeinden. Das „Taufbuch der Gemeinde Kuhlen, auch Toten- und Confirmationsbuch“, begonnen 1833 und beendet 1839, befindet sich im Kirchenarchiv in Sachsenhagen, die Trauungen sind auf einem Extra-Register erfasst.

Stadttouren Sachsenhagen Kuhlen
Für die Bewohner Kuhlens gab es eigene Register innerhalb der Kirchengemeinde.

Der Eingemeindung der Gemeinde Kuhlen in die Stadt Sachsenhagen Jahr 1839 gingen längere Verhandlungen voraus, bei denen es um die etwas schwierige Zusammenführung beider Kassen ging, der Kuhlener Vertreter führte noch die Bezeichnung „Nebenbürgermeister“. Die „Städter“ aus Sachsenhagen dürften vermutlich erfreut über die Eingemeindung von Kuhlen und den Zuwachs an städtischer Gemarkung im Jahr 1839 gewesen sein.

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