Von einem „Bauboom im Bistum Hildesheim“ in den 1950er und 1960er Jahren ist in der Schrift zu lesen, die die Katholische Pfarrgemeinde St. Joseph in Stadthagen zum 50jährigen Bestehen der Kirche Herz Jesu in Sachsenhagen herausgegeben hat.
Der damalige Hildesheimer Bischof Heinrich Maria Jannsen wollte überall dort, wo sich nach dem Zweiten Weltkrieg durch Flucht und Vertreibung neue Kirchengemeinden bildeten, auch ein äußeres Zeichen für den Glauben setzen.
Ein solches „Zeichen“ bedeutete auch der Bau der Kirche in Sachsenhagen. 1959 gab es die ersten Überlegungen für ein Gotteshaus. Der neue Pastor Karl-Heinz Kobold ergriff die Initiative für die Planungen nach der Umpfarrung der Kirchengemeinde in die Pfarrei Bokeloh. Den Grundstein für den Kirchenbau legte die Gemeinde im November 1962. Im Sommer des folgenden Jahres weihte der Weihbischof Heinrich Pachowiak das neue Gotteshaus.
Als Pfarrvikarie Sachsenhagen innerhalb der Kuratie Bad Nenndorf ist Herz Jesu im März 1965 errichtet worden. Eine „gut gelegene Kirche an der Ecke“, so sahen die Gemeindemitglieder den Bau. Zu den Gottesdiensten und vielen anderen Veranstaltungen kamen die Gläubigen aus Sachsenhagen, Nienbrügge, Auhagen und Bergkirchen, Schmalenbruch, Wiedenbrügge und Wölpinghausen.
Der Kirchengemeinde sei es in 50 Jahren nie vergönnt gewesen, einen eigenen Pfarrer vor Ort zu haben, schreibt ein Gemeindemitglied. Allerdings habe diese Tatsache „ein großes Gefühl der Zusammengehörigkeit gefördert“ und ein „reges, ehrenamtliches Engagement“ ermöglicht.
Seit dem 1. September 2012 ist die Kirchengemeinde Herz Jesu aufgegangen in der Kirchengemeinde St. Joseph in Stadthagen.